Review | Ghost Recon Breakpoint

Es ist mal wieder Zeit für ein Review, wobei ich mir aktuell nicht sicher bin, ob es ein guter Zeitpunkt ist ein Review zum Tom Clancy’s Ghost Recon Breakpoint zu veröffentlichen. Viel wurde ja bereits zum Spiel bereichtet, aber ich möchte einfach nicht versäumen meine Sicht auf den Nachfolger von Ghost Recon Wildlands mitzuteilen.

Story

Ging es in Wildlands noch mit den Ghosts nach Bolivien, wo man sich mit einem Drogenkartell auseinander setzte, so verschlägt uns Breakpoint auf die fiktive südpazifische Insel Auroa. Ihr seid, wen wunder es, teil der militärischen Eliteeinheit Ghost. Ein Angriff auf ein Schiff vor der Insel lockt eure Einheit auf eben diese. Während ihr im Hubschrauber über die Insel fliegt, wir euer Helikopter mit einem Schwarm Drohnen vom Himmel geholt. Nun liegt es an euch allein herauszufinden was auf der Insel vor sich geht. Schnell findet ihr aber weitere Ghosts und Verbündete, die euch auf der Insel Auroa weiterhelfen.

Soweit so gut und das Szenario bietet reichlich Möglichkeiten, doch wir sind gefühlt nur auf der Jagd nach Cole D. Walker, einem Ex-Ghost und Anführer der Wolves, einer Söldnereinheit, die die Insel besetzt hat und Großes plant. Walker wird dabei übrigens von Jon Bernthal gespielt, den man aus Serien wie The Walking Dead und Punisher kennt. Es geht also kurz gesagt darum Walker auszuschalten.

Gegner-KI zwischen Hui und Pfui

Aber Story ist ja nicht alles, wenn die Spielmechanik passt, oder? Tja, hier hakt es bei Breakpoint an so vielen Ecken und Enden. Die Gegner-KI ist teilweise extrem dämlich. Okay, sie schlagen Alarm, rücken teilweise aggressiv im Team auf unser Team vor oder kämpfen sich von Deckung zu Deckung vor. Auf der anderen Seite kann man die Gegner in Gebäuden ganz simpel nach und nach ausschalten, weil sie da überhaupt nicht Intelligent agieren. Auch bei der Wegfindung stellt sich die KI teilweise richtig dämlich an. Zusätzlich haben sie teilweise die Ohren und Augen des Million-Dollar-Man oder von Superman, denn sie rennen teilweise genau zu dem Punkt, wo es einen Schuss gab oder oder oder…

Headshot Simulator?

Das klingt vielleicht jetzt etwas hart, aber in Breakpoint ist jeder Kopfschuss tödlich. Ausnahme? Ja, die Gegner, die einen Helm tragen, denn hier brauch man zwei Schüsse. Es ist dabei egal, was für ein Level der Gegner hat und auch was für ein Itemlevel die Waffe hat. Wozu die Waffen nun also unterschiedliche Grundwerte und Qualitätsstufen haben? Tja, ehrlich gesagt: Ich hab keine Ahnung. Okay, die Waffen haben dann bessere Werte in Reichweite, Genauigkeit und so weiter, aber die tödlichen Kopfschüsse könnt ihr mit jeder Waffe erzielen. Ganze Magazine pumpt ihr übrigens in die größeren Drohnen bzw. kleinen Mechs, um diese auszuschalten.

Ghost Recon Lootpoint

Während Wildlands noch ein taktischer Open-World Shooter war, ist Breakpoint für mich eher ein taktischer Lootshooter in einer Open World. Klingt vielleicht komisch, aber ihr findet Loot an allen Ecken und Enden und irgendwie bei fast jedem Gegner. Ihr findet aber auch nicht nur neue Waffen, sondern auch neue Hosen, Kopfbedeckung, Handschuhe und so weiter. Dazu gibt es alles in unterschiedlichen Qualitätsstufen und unterschiedlichen Itemlevel. Kleidung in höheren Stufen gewähren Boni, die es zum Beispiel euren Gegnern schwerer macht euch zu sehen. Neue Waffen und Aufsätze könnt ihr über Blaupausen freischalten, die ihr an verschiedenen Stellen einsammeln könnt.

Level Up

Während ihr Missionen erfüllt, Gegner ausschaltet, etc. sammelt ihr Erfahrungspunkte um im Level aufzusteigen. Nach jedem Stufenaufstieg Fertigkeitspunkte in einem Skillbaum vergeben, wo ich mich bereits nach wenigen Level schon nicht mehr entscheiden konnte. Okay, mehr Tragekapazität ist gut und auch die eine oder andere Drohnenfähigkeit ist sinnvoll, aber irgendwann wirkten die übrigen Punkte auf mich belanglos. Mag aber auch an mir liegen. Außerdem wählt ihr eine von vier Klassen, die ihr zusätzlich bis leveln könnt bzw. solltet, weil dadurch neue Fertigkeiten freigeschaltet werden. So müsst ihr als Panther zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Gegner lautlos ausschalten oder als Scharfschütze aus einer bestimmten Entfernung Gegner erledigen. Jede Klasse hat 10 Stufen und ihr könnt im Verlauf die Klassen auch wechseln.

Technik

Ja, also die Technik. Puh. Aufpoppende Objekte, verwaschene Texturen, die nachgeladen werden zeigen, dass die Technik nicht gerade optimal ist. Dazu Charaktere, die noch ihre Lippen bewegen, obwohl der Text bereits gesprochen ist. Das sind nur ein paar der Macken, die mir im Spiel aufgefallen sind. Dazu muss ich aber sagen, dass ich das Spiel in der Version 1.02 gespielt hab. Die Version 1.03 (Changelog) welche vor ein paar Tagen erschienen ist, soll es unter anderem Änderungen an der KI und den Animationen geben. Und damit nicht genug, denn Ubisoft hat gemerkt, dass Breakpoint nicht wirklich gut ist und hat diverse Änderungen im Spiel angekündigt.

Fazit

Ghost Recon Breakpoint hätte ein gutes Spiel werden können und zusammen mit Sven habe ich auch bereits einige Stunden im Spiel verbracht. Den Multiplayer Part hab ich hier auch noch gar nicht erwähnt, da schreibe ich mal separat etwas zu. Die Bugs und Fehler im Spiel sind nervig und verderben einem manchmal schon den Spielspaß, aber als Ghost diverse Gegner per Scharfschützengewehr ausschalten oder eine Basis infiltrieren ist schon cool. Das man aber an jeder Ecke Kisten und Objekte zum sammeln findet ist schon etwas nervig. Ich werde das Spiel im Auge behalten und ggf. über Twitter oder auch im Blog darüber berichten, wie sich das Spiel entwickelt.

Gespielt habe ich auf der PlayStation 4 Pro.

Tom Clancy’s Ghost Recon gibt es für PC, PlayStation 4 und Xbox one. Die Standardversion kostet im PSN Store aktuell 69,99 Euro. Bei Amazon zahlt ihr je nach Plattform um die 50 Euro.

Ich bedanke mich recht herzlich beim Hersteller bzw. Publisher für die Bereitstellung des Testmusters.

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