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Project Cars 3

Momentan scheint eine sehr interessante Zeit für virtuelle Autorennfahrer zu sein. F1 2020 war super, mit der PlayStation 5 kommt ein neues Gran Turismo, Dirt bekommt im Oktober auch ein neuen Teil, also viel los. Am 28. August hat Bandai Namco das von von den Slightly Mad Studios entwickelte Project Cars 3 auf den Markt gebracht. Ich hab mir das Spiel einmal für euch angeschaut und möchte im heutigen Review darüber berichten.

Fahrgefühl

Bereits bei den ersten Trailern kam bei einigen Fans der Serie Zweifel auf. Project Cars war eigentlich immer recht simulationslastig, doch wagt nun den Schritt diesen “Bereich” etwas zu verlassen und in der Tat Project Cars 3 ist nicht die knallharte Simulation. Dennoch finde ich das Fahrverhalten auf der Strecke ganz angenehm, bin hier aber sicherlich kein Profi. Wer mag kann diverse Fahrhilfen an- und ausschalten, so dass der Schwierigkeitsgrad für jeden individuell anpassbar ist. Je weniger Fahrhilfen ihr anhabt, desto mehr werdet ihr mit Erfahrungspunkten belohnt. Dennoch gibt es auch einige Sachen, die mich stören.

Wenn man zum Beispiel in einem Rennen etwas neben der Strecke überholt, verwandelt sich der Wagen in eine Art “Ghost” und wird massiv abgebremst. Hier wäre ein Hinweis oder eine Zeitstrafe vielleicht etwas besser gewesen. In “Hot Laps” Rennen, also Rennen in den es um eine schnelle Runde geht, wird die Zeit bei kleinen Überfahren der Straßenmarkierungen direkt als ungültig gekennzeichnet. Da wäre etwas mehr Spielraum vielleicht besser. Wenn man gegen eine Straßenbegrenzung fährt, flackert das Bild kurz rot. Auch etwas, was mich im Spiel etwas irritiert.

Spielmodi

Karriere

Die Karriere ist relativ simpel aufgebaut. Es gibt unterschiedliche Leistungsklassen und in jeder Klasse gibt es unterschiedliche Events mit unterschiedlichen Rennen. In jedem Rennen gibt es drei Ziele. Ihr müsst nicht immer das Rennen gewinnen, sondern manchmal geht es nur darum das Rennen zu beenden, eine Anzahl an sauberen Überholmanövern auszuführen, eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit zu erreichen oder zum Beispiel eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit zu fahren. Diese Aufgaben sind das A und O, denn wenn ihr diese erfüllt schaltet ihr neue Events und Klassen frei. Wer keine Lust dazu hat, der kann die Events und Leistungsklassen aber auch für Ingame Währung freischalten. Diese Währung verdient ihr euch im Spiel und kann, soweit ich das in den Stores gesehen habe, nicht für Echtgeld erworben werden. Es geht in der Karriere also nur darum Events zu fahren und um dort bestimmte Aufgaben zu erledigen. Das kann früher oder später schon etwas an der Motivation im Spiel kratzen.

Multiplayer

Im Multiplayer gibt uns Project Cars 3 drei Möglichkeiten. Schnelles Spiel, wo direkt nach einer offenen Lobby gesucht wird, leider konnte ich bei meinen Versuchen keiner Multiplayer-Sitzung beitreten. Außerdem gibt es alle 20 Minuten geplante Events zu denen ihr euch anmelden könnt. Hier muss man dann erst ein Qualifying fahren um seinen Platz in der Aufstellung zu ermitteln und dann sollte es ins Rennen gehen, aber wir schon im schnellen Spiel, hatte ich wenig Glück beim betreten einer Multiplayer-Sitzung. Das ging soweit, dass ich aus dem Renn-Menü nicht mehr rauskam und das Spiel dann neustarten musste. Die dritte Möglichkeit ist, eine eigene Lobby zu erstellen, leider scheiterte das bei mir auch, so dass ich den Multiplayer-Part nicht gerade positiv in Erinnerung habe.

Rivalen

Im Rivalenmodus können wir tägliche, wöchentliche und monatliche Eventsfahren um im Rang aufzusteigen und uns so mit anderen zu messen. Wir fahren hier gegen Geister und verdienen uns sogenannte Rivalenpunkte. Ein solches Rivalenevent geht immer ein Monat und beginnt, so wie ich es jetzt verstanden habe, dann von vorne.

Eigenes Event

Wer mag kann auch sein eigenes Event fahren. Hier könnt ihr direkt aus einen der vielen Boliden und die gewünschte Strecke auswählen. Ihr legt die Rundenanzahl, die Anzahl der KI-Gegner und weitere Einstellungen fest und legt dann los. Hier bekommt ihr natürlich keine Erfahrungs- oder Rivalenpunkte.

Pimp my Car

Im Showroom können wir uns die unterschiedlichsten Autos anschauen und kaufen. Natürlich darf in so einem Spiel die Werkstatt nicht fehlen. Hier können wir unser Auto mit Upgrades versehen, aber Vorsicht. Ich habe relativ am Anfang mein ganze (InGame-)Geld in mein Auto investiert und war dann zu stark für die Klasse, die ich in der Karriere fahre. Leider blieb dann kein Geld um die alten Teile wieder einzubauen. Also behaltet die Klassenstufe im Blick. Außerdem könnt ihr euren Wagen individuell lackieren und eine Rennnummer anbringen. Natürlich dürfen Aufkleber nicht fehlen, diese sind allerdings recht starr und können nur an bestimmten Punkten angebracht werden.

Technik

Die Musik und der Sound im Spiel haben mir sehr gut gefallen. Musik entspannt “chillig” und der Sound passt zu den Autos. Kommen wir aber nun zum für mich größten Knackpunkt in dem Spiel. Die Grafik. Ich habe das Spiel auf der XBox One S gespielt und als ich ins erste Rennen gestartet bin, wurde ich stark überrascht. Ich musste überlegen, ob ich nicht auf einer PlayStation 3 oder XBox 360 spiele. Es ruckelte, Kantenglättung existierte anscheinend nicht. Ich hab das ganze Mal festgehalten und in einem YouTube Video hochgeladen:

Vielleicht liegt es an der Leistung der XBox One S, dachte ich, aber scheinbar haben alle Konsolenversionen des Spiels ein massives Problem. Digital Foundry hat das ganze in einem Video mal dargestellt und das hat mich schon etwas erschrocken, zu mal F1 2020, Dirt Rally oder auf der PlayStation GT Sport zeigen, dass es grafisch wesentlich besser geht. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum ich Project Cars 3 wohl nur sehr, sehr selten zukünftig spielen werde. Zu Mal ich weiß, dass es auf dem PC wesentlich besser aussieht und auch läuft.

Fazit

Project Cars 3 hat in meinen Augen zwei Probleme. Das grinden im Singleplayer und die Grafik. Mit dem grinden kann ich mich noch anfreunden und es macht auch ein kleinwenig Spaß die Ziele zu erreichen, aber die Grafik ist in meinen Augen für ein heutigen Racer nicht mehr State of the Art, zu Mal die PC Version zeigt, dass es besser geht. Vielleicht liefert Entwickler Slightly Mad Studios ja noch einen passenden Patch nach. Ich bin gespannt und werde es beobachten. Aktuell würde ich Spielern eher Forza, GT Sports oder wer es mag F1 2020 empfehlen und nicht Project Cars 3.

Project Cars 3 ist für PlayStation, Xbox und Windows PC verfügbar und kostet in der Standard Variante für XBox und PlayStation aktuell 69,99 Euro. Die Deluxe Variante schlägt mit 99,99 Euro zu buche. Außerdem gibt es ein 35 Euro schweren Season Pass, der die vier kommenden DLCs beinhaltet, die wiederum zwölf weitere Autos, Rennumbau-Kits, mehr als 60 Karriere-Touren und hunderte Umbauteile enthält.

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