Reviews

Review | The Last of Us Part II

The Last of us ist eins der Spiele, die aus meiner Sicht das letzte Jahrzehnt geprägt haben. Fast genau 7 Jahre nach dem Release auf der PlayStation 3 hat Naughty Dogs vor ein paar Tagen den Nachfolger – The Last of Us Part II – veröffentlicht. Gestern Abend hab ich die Story nach knapp 22 ½ Stunden beendet. Ob mir das Spiel gefallen hat, berichte ich ausgiebig in diesem spoilerfreien Test.

Vorwort

Bevor wir zu meinem Test kommen möchte ich noch ein paar persönliche Worte los werden. The Last of us Part II polarisiert aktuell wie kein anderes Spiel. Im Vorfeld sind einige massive Infos durchgesickert, die die Fangemeinde schockiert haben. So empfangen einige die Story aus der Feder von Neil Druckmann und Halley Wegryn Gross als schlimmste Story ever ohne das Spiel gespielt zu haben. Auf Metacritic wurde das Spiel innerhalb weniger Stunden nach Release mit einer durchschnittlichen User-Bewertung von 3 von 10 übelst abgestraft. Klar, jeder darf seine Meinung haben und äußern. Das ist gut so und auch wichtig, aber es kommt auch auf das WIE an. Beleidigungen weil jemand das Spiel mag oder eben nicht mag sind aus meiner Sicht genauso bescheuert, wie das beschimpfen der Entwickler oder der Autoren. Lasst uns doch einfach sachlich drüber diskutieren, warum jemand das Spiel mag oder eben nicht. Ein “Wer dem Spiel mehr als 4 Punkte gibt ist bescheuert” klingt für mich einfach extrem nach Kindergarten. Bleibt also cool und redet normal drüber, dann ist – für mich – jede Meinung willkommen. Danke.

Story

Kurz angerissen erzählt The Last of Us Part II die Geschichte von Ellie und Joel weiter. Fünf Jahre sind seit den Ereignissen aus Teil 1 vergangen und beide haben in Jackson ein neues Zuhause gefunden. So beginnt Part II und führt uns dann auf eine – wie ich finde sehr emotionale – Reise. Mehr zum Inhalt möchte ich nicht verraten. Nachdem ich das Spiel beendet hab und es in Gänze beurteilen kann, muss ich sagen, dass ich die Story zwar nicht Top fand, sie mich aber gut unterhalten und gefesselt hat. Einige Fragen aus dem ersten Teil wurden für mich beantwortet und auch Konsequenzen aus dem ersten Teil sind ersichtlich. Ich würde daher auch empfehlen im Vorfeld den ersten Teil zu spielen, wer es noch nicht getan hat. Naughty Dog bzw. die Autoren haben die Story für mich spannend erzählt auch wenn es mir am Ende vielleicht ein Tick zu langatmig war. Dennoch haben Sie es geschafft, dass ich das Spiel innerhalb einer Woche beendet hatte, dass schafft nicht jedes Spiel 😉

Grafik und Sound

The Last of Us Part II sieht umwerfend aus. Kaum ein aktuelles PlayStation 4 Spiel sieht besser aus. Die Beleuchtung, die Umgebung und die Charaktere wirken sehr realtitätsnah. Das Wasser, das Feuer und die Mimik der Charaktere sind fantastisch. Der Sound und die deutsche Synchronisation stehen dem in nichts nach. Der wieder grandiose Soundtrack von Gustavo Santaolalla (Spotify) rundet das Ganze zu einer sehr guten Mischung ab. Ich hatte manchmal das Problem, dass die Abmischung zwischen Soundeffekt und Sprache nicht passte, aber meistens passte es und gilt somit eher als kleines Manko, welches Naughty Dog bestimmt noch weggepatched bekommt. 😉

Spielmechanik

Viele Elemente der Spielmechanik kennt man bereits aus dem ersten Teil. Das schleichen, das Ablenken von Gegnern mit Gegeständen, etc. Hinzu kommen ein paar neue und auch angepasste Elemente, doch lasst euch davon selbst überraschen. Wie bereits im ersten Teil wird auch hier viel geschlichen. Ich behaupte sogar das man viele Passagen ohne einen Kill meistern kann, aber dafür war ich zu schlecht oder der Schwierigkeitsgrad zu hoch. Den könnt ihr übrigens aus fünf unterschiedlichen Stufen wählen und jederzeit anpassen. Ich hab mein Durchgang komplett auf mittlerer Stufe gespielt.

Loot und Sammelei

Wie im ersten Teil ist es auch hier wichtig seine Umgebung abzusuchen und sich die Zutaten zum Herstellen von Medikits, Molotowcocktails und mehr zu sammmeln. Die Spielwelt ist – zum Glück – nicht voll von diesen Zutaten, so dass ich mir schon oft überlegen musste, ob ich mir jetzt ein Medikit zusammenbastel oder doch eher eine Sprengfalle. Oder der Moment in dem einem das Leben langsam ausgeht und einem genau eine Zutat fehlt um ein Medikit herzustellen. Ich finde diese Mechanik super. Zusätzlich findet ihr in der Welt allerhand Sammelobjekte. So ergänzt Ellie immer wieder mal ihr Tagebuch, ihr findet alte Münzen oder auch Superhelden-Sammelkarten. Bis auf das Hintergrundwissen im Tagebuch bringen euch Münzen und Sammelkarten aber kein weiteren Wert im Spiel.

Außerdem dem gibt es in der Welt verstreute Safes. Die dazugehörigen Nummern könnt ihr dann meist in näherer Umgebung finden oder ihr versucht den Safe so nach Gehör zu knacken, was ich teilweise wirklich so gemacht habe.

Rätsel und Kämpfe

Natürlich stellt und The Last of Us auch vor das ein oder andere Rätsel. “Wie komm ich hier hoch”, “Wie komm ich da lang”, “Woher bekomme ich jetzt Strom”. Keins dieser Rätsel war in meinen Augen sonderlich schwer und meist innerhalb weniger Minuten lösbar. Neu und interessant fand ich die Möglichkeit ein Seil oder Kabel über etwas drüber werfen zu können. Von diesen und anderen Mechaniken hätte ich stellenweise gerne mehr gehabt.

Um den ein oder anderen Kampf kommt man dann aber auch in The Last of Us Part II nicht herum. Ab dem mittleren Schwierigkeitsgrad gibt es hierbei kein Auto-Aiming was ich persönlich gerade in diesem Spiel sehr gut finde um ein Gefühl für die Hektik und den Stress der Kampfsituation zu bekommen. Am Anfang ist Ellie auch noch nicht so präzise mit dem Umgang der Waffen. Dies verbessert sich dann aber im Laufe der Zeit durch diverse Waffenupgrades, die man an Werkbänken selbst einbaut und das sieht dabei sogar noch ziemlich cool aus. Außerdem gibt es ein Skilltree mit dem ihr die Fähigkeiten von Ellie verbessern könnt.

Die KI der Gegner hat sich im zweiten Teil etwas besser angefühlt auch wenn es hin und wieder zu einigen Aussetzern kam und auch entfernte Gegner teilweise nicht auf Schüsse in näherer Umgebung reagierten. Vielleicht ist das aber auch eine Sache des Schwierigkeitgrades. Im Kampf kann es sogar vorkommen, dass ihr von den Beinen gerissen werdet. Ihr habt dann die Chance im Liegen noch weiter zu schießen oder schnell aufzustehen. Was ich auch sehr cool fand.

Natürlich hat Naughty Dog auch neue Gegner im Spiel platziert. Da wären zum Beispiel die Spürhunde. Diese verfolgen euren Geruch und stürmen dann auf euch los. Ihr könnt sie allerdings, wie die Gegner mit Gegenständen ablenken. Ich hab übrigens immer versucht diese zu umgehen, damit ich Ihnen nichts antun muss. Klappte leider nicht immer.

Fazit

Vielleicht ist The Last of Us Part II nicht DAS Spiel, welches sich viele gewünscht haben. Persönlich hat mich das Spiel aber, wie oben bereits erwähnt, gefesselt und gut unterhalten. Es ist vielleicht für viele kein Meisterwerk, aber für mich ist es sehr nah daran und knüpft für mich nachvollziehbar an Teil 1 an. Wem der erste Teil gefallen hat, der wird spielerisch sicherlich auch mit dem neusten Teil sein Spaß haben. Über die Story, die mir grundsätzlich gefallen hat, kann man ja immer streiten. Ist bei jedem Film nicht anders. Der eine mags, der andere eben nicht.

The Last of Us Part II ist übrigens jetzt das schnellst verkaufte Exclusiv für die PlayStation 4. Nach God of War (3.1 Mio. in 3 Tagen) und Spider-Man (3.3 Mio. in 3 Tagen) konnten mehr als 4 Millionen Exemplare in den ersten drei Tagen verkauft werden.

The Last of Us Part II ist ein PlayStation 4 exklusives Spiel, welches aktuell für 69,99 Euro in der Standard Version im PSN Store erhältlich ist. Für die Digital Deluxe Edition, welche unter anderem den Soundtrack und ein Digitales Artbook enthält, müsst ihr 79,99 Euro im PSN Store zahlen.

Ich habe meinen kompletten Durchgang ohne Mikrofon oder Kamera gestreamt. Wer also keine PlayStation 4 besitzt oder sich ein Eindruck vom Spiel machen möchte, der kann sich mein Durchlauf gerne auf YouTube anschauen.

Auch zum ersten Teil und dem DLC habe ich hier eine Playliste mit meinem kompletten Durchgang.

Viel Spaß beim anschauen und vielen Dank fürs lesen. 😉

Ich bedanke mich recht herzlich beim Entwickler bzw. Publisher für die Bereitstellung des Testmusters.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.