Lange war es ruhig um den bekanntesten Geheimagenten der Welt. Kein Film, kein Spiel, irgendwie nichts. Nun hat sich aber IO Interactive – die Macher hinter den großartigen Hitman-Spielen – der Sache angenommen und mit 007 First Light ein komplett neues Bond-Abenteuer auf den Markt gebracht. Da mir insbesondere die neueren Filme sehr gefallen haben und Hitman sehr cool finde, musste ich mir den Titel natürlich direkt zum Release anschauen. Ob uns hier das Agenten-Highlight des Jahres erwartet oder ob der Schuss nach hinten losgeht, erfahrt ihr in meinem heutigen Review.
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Was ist 007 First Light?
In 007 First Light schlüpfen wir nicht in die Rolle eines altbekannten, abgeklärten James Bond, sondern erleben eine echte Origin-Story. Wir spielen einen jungen, 26-jährigen MI6-Agenten (gesprochen und verkörpert von Patrick Gibson), der sich seine berühmte „Lizenz zum Töten“ erst noch verdienen muss. Das Spiel beginnt dabei direkt mit einem absoluten Knaller-Tutorial und einer stylischen Trainings-Montage. Storytechnisch geht es erfrischend modern zu: Es geht um Söldner, Verrat und aktuelle Themen wie KI-Bedrohungen, ohne dass das Spiel dabei zu belehrend wirkt. Das Ganze passt für mich nicht nur zum Spiel, sondern auch zur „James Bond“-Lizenz. Zur Story selbst möchte ich wegen der Spoilergefahr aber gar nicht zu viel mehr verraten.
Spielmechanik und Gadgets
Wer glaubt, IO Interactive serviert hier einfach ein Hitman-Spiel im James Bond-Kostüm, der irrt sich. Das Spiel mixt Stealth, Action und Erkundung ziemlich clever und ist viel stringenter als bei Hitman. Ein absolutes Highlight ist zu dem unsere Armbanduhr – die Q-Watch. Mit der dazugehörigen „Q-Lens“ schalten wir eine Art Detektiv-Sicht ein und können unter anderem Elektronik in der Umgebung hacken, um Wachen abzulenken – sei es durch Klimaanlagen, die plötzlich Rauch ausstoßen, oder Fernseher, die für Ablenkung sorgen.
Besonders cool fand ich die Bluff-Mechanik, welche ich aber irgendwie viel zu wenig genutzt habe. Wenn man nämlich mal erwischt wird, muss man nicht direkt rumballern, sondern Bond kann sich mit Redegewandtheit aus brenzligen Situationen herausquatschen oder eine Kapitulation vortäuschen, um sich dann einen Vorteil im Kampf zu verschaffen. Das fühlt sich extrem nach James Bond an! Wenn es dann doch mal scheppert, greift das Kampfsystem, das mich mit seinen flüssigen Kontern und Nahkämpfen ein wenig an Uncharted erinnert hat. Richtig cool: Da wir zu Beginn noch kein Doppel-Null-Agent sind, dürfen wir meistens keine Gegner töten. Erst wenn die Gegner scharf auf uns schießen, schaltet das Spiel die „Lizenz zum Töten“ frei und wir dürfen zu Schusswaffen greifen.
Grafik und Sound
Grafisch zieht IO Interactive hier alle Register. Die Schauplätze sind sehr detailreich, die Charakteranimationen wirken extrem lebendig und die Action – wie ein Kampf auf einem fliegenden Flugzeug oder die Verfolgungsjagden – haben echte James Bond-Qualität, so wie ich es mir gewünscht habe.
Der Sound und die Musikkulisse fügen sich zu dem absolut stimmig in das Setting ein. Der orchestrale Soundtrack sorgt für coole Momente und echtes Bond-Feeling. Allein das Intro fand ich richtig, richtig gut und erinnerte an die Filme. Die Synchronsprecher runden den Sound dann noch ab, denn sie machen durch die Bank weg einen echt guten Job.
Fazit
Wer mal wieder Lust auf ein richtig gutes Agenten-Abenteuer hat, der macht mit 007 First Light absolut nichts verkehrt. IO Interactive hat hier eine verdammt starke Balance aus packender Story, coolen Gadgets und knackiger Action abgeliefert. Einzig Kritikpunkte wären die Tatsache, dass in den großen, belebten Arealen etwas wenig soziale Interaktionen möglich waren und Verkleidungen kaum eine Rolle spielen, aber das ist meckern auf hohem Niveau.
Gespielt habe ich 007 First Light auf der PlayStation 5 und mein knapp 16 Stunden Durchgang habe ich komplett auf Twitch gestreamt.
Hinweis: IO Interactive hat übrigens schon eine Roadmap für das erste Jahr angekündigt – der Großteil der kommenden Inhalte und neuen Missionen soll sogar kostenlos sein. Es lohnt sich also, dranzubleiben! 🙂






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