Nachdem ich bereits den Prolog von 1666: Amsterdam (Youtube) gespielt hatte, wollte ich das Spiel unbedingt nochmal reinschauen, wenn das Spiel im Early Access starte. Das ist nun am 25. August 2026 der Fall gewesen und ich hab mir das Spiel einmal angeschaut und möchte euch hier einmal verraten, was mir gefällt und was mir nicht so gefällt.

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Was hat 1666: Amsterdam mit Ubisoft zu tun?

Fangen wir in diesem Review mal mit einer Frage an. Wem sagt der Name Patrice Désilets etwas? Falls euch der Name nichts sagt, Patrice Désilets ist ein kanadischer Spieldesigner, der als Creative Director unter anderem maßgeblich an der Entwicklung von Assassin’s Creed und Assassin’s Creed II beteiligt war.

2014 gründete er, mit Panache Digital Games, sein eigenes Entwicklerstudio und entwickelte als erstes Projekt Ancestors: The Humankind Odyssey. Bereits vor über zehn Jahren hatte Désilets mit der Entwicklung von 1666: Amsterdam begonnen. Damals noch im Auftrag von THQ Montreal. Nach der Übernahme von Ubisoft wurde Désilets dann völlig überraschend fristlos gefeuert. Damit aber nicht genug, denn für Désilets kam es besonders dick, denn das Projekt 1666: Amsterdam blieb bei Ubisoft und versank dort in der Schublade. Nach Gründung seines Studios reichte er eine Klage gegen Ubisoft ein um nicht nur Schadensersatz für seinen Ruf und die Art und Weise der Entlassung zu fordern, sondern um vor allem die vollständigen Rechte an 1666: Amsterdam zurück zu bekommen. Beide Parteien legten dann im April 2016 den Streit bei. Der Deal sah vor, dass Ubisoft die Klage abwehrte, indem sie Désilets die vollständigen Markenrechte an 1666: Amsterdam zurückgab. Im Gegenzug ließ Désilets alle rechtlichen Forderungen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber fallen.

Désilets war damals überglücklich, dass er die Kontrolle über sein „Baby“ zurückhatte. Da sein neu gegründetes Studio Panache Digital Games zu dem Zeitpunkt jedoch noch komplett mit dem Debütspiel Ancestors: The Humankind Odyssey beschäftigt war, landete 1666: Amsterdam zunächst in der Schublade, bis die Ressourcen frei wurden. Und so wurde nun zehn Jahre nach der Einigung mit Ubisoft 1666: Amsterdam im Early Access veröffentlicht.

Story

Die Geschichte von 1666: Amsterdam beginnt, wenig überraschend, im historischen Amsterdam des Jahres 1666. Einer Zeit, die von Aberglauben geprägt ist. Wir schlüpfen in die Rolle von Noa, einer mysteriösen Eintreiberin. Ihre Welt steht vorm Umbruch, denn alle 333 Jahre bricht ein uralter, heidnischer Kreislauf auf, in dem sogenannte Ursprüngliche – dämonische Wese, die sich als Menschen tarnen – die Fänden in der Stadt ziehen. Noas Auftrag ist es, diese Schattenwesen das Handwerk zu legen.

Recht schnell verschwimmen dabei die Grenzen von Raum und Zeit und Noa lernt Aaron kennen, der eigentlich aus dem Jahr 1999 kommt. Von da an entfaltet sich die Geschichte als ungewöhnliches atmosphärisches Duo-Abenteuer. Nicht alles in dieser Story fühlt sich dabei logisch an, aber um das wirklich abschließend beurteilen zu können, müsste man die Story erstmal als Ganzes betrachten können und das geht noch nicht.

Gameplay

Bei dem Spiel handelt es sich um ein 3rd-Person-Dark-Fantasy-Action-Adventure, was bei Désilets nicht verwunderlich sein dürfte. Wer hier allerdings ein Assassin’s Creed in anderem Gewand erwartet, den muss ich enttäuschen. Das Spiel bietet unterschiedliche Aspekte. Bewegen wir uns als Noa setzt das Spiel stark auf Erkundung, die Befragung von anderen Charakteren und das durchsuchen von Häusern um die getarnten Dämonen in der Stadt aufzuspüren. Aber Vorsicht, nicht immer ist sofort klar, wo wir hin müssen.

Zwischenzeitlich müssen wir auch in die Rolle von Kater Aaron schlüpfen, der dabei hilft Türen zu öffnen, unbemerkt bestimmte Gebiete zu erkunden, Wachen abzulenken oder versteckte Hinweise zu finden.

Kommt es zu Konflikten, mit Wachen oder Dämonen wechseln wir mit Noa in ihre – ich nenne es mal – Hexen-Gestalt um mit Schlägen und Hexenbeschwörungen gegen Wachen und Dämonen zu bestehen. Während bei den Wachen teilweise stumpfes draufhauen zum Erfolg führen kann, bedarf es bei den Dämonen geschicktes Taktieren um zu überleben. Dabei fühlt sich das Kämpfen für mich teilweise noch unfertig an.

Kein Early Access ohne Probleme

Das Spiel ist, wie bereits geschrieben, zu nächst im Early Access gestartet. Aktuell geht man davon aus, dass diese Early Access Phase ca. ein Jahr andauern wird und regelmäßig mit neuen Inhalten gefüttert werden soll. Gerade bei einem so Story-lastigen Spiel bin ich persönlich kein großer Freund von Early Access. Ich würde viel lieber das fertige Spiel von Anfang bis Ende durchspielen, statt den ersten Teil der Story mit einer Laufzeit von ca. 15 Stunden.

Neben neuen Inhalten möchten die EntwicklerInnen während der Early Access Phase das Spielerlebnis laufend verbessern. Also sich um Fehlerbehebung und Optimierung kümmern. Hier sehe ich aktuell auch noch entsprechend Bedarf, denn mir sind einige Punkte aufgefallen, die ich auch über die Möglichkeit im Spiel gemeldet hab. Beispielsweise ist die Deutsche Synchro scheinbar noch nicht komplett und so sind einige Passagen dann mal auf Deutsch oder mal auf Englisch, was ein wenig Schade ist.

Zu dem finde ich die Animation beim folgen eines Charakters irgendwie komisch. Da wird der Charakter irgendwie an Noa geklebt und läuft so stumpf nebenher. Gerade wenn man sich dreht wirkt das irgendwie komisch. Auch die Animation beim Treppen rauf- und runterlaufen wirkt noch etwas holprig. Gerade weil die Treppen sehr steil sind. Zu dem gibt es scheinbar keine Kollisionsabfrage mit den Bewohnern in Amsterdam. Wir können uns einfach durch diese durchbewegen.

Fazit

Mein erster Eindruck von 1666: Amsterdam ist ganz cool. Ich mag das was ich bisher erlebt habe, die Grafik, den Sound. Die Steuerung, die Story und die Kämpfe fühlen sich allerdings noch ein wenig holprig an, das kann sich aber ja im Laufe der Early Access Phase noch ändern bzw. auflösen. Die von mir oben genannten Probleme könnten und sollten auch über kurz oder lang in der weiteren Entwicklungsphase behoben werden.

Auf Grund der noch nicht abgeschlossenen Story würde ich aber empfehlen bis zum endgültigen Release zu warten, damit man direkt das volle Ergebnis genießen kann.