Anfang März hatte ich bereits das Vergnügen, dank eines Vorab-Keys einen Blick in die Demo von Battlestar Galactica: Scattered Hopes zu werfen. Als Fan sowohl der alten Serie aus den 1980ern als auch der düsteren Neuinterpretation der 2000er war meine Neugier natürlich riesig. Die Demo hinterließ bei mir damals das Gefühl, dass hier ein richtig atmosphärisches Survival-Roguelite im entstehen könnte, das die ständige Flucht vor den Zylonen wunderbar einfängt. Seit 11. Mai ist nun die Vollversion des Entwicklerstudios Alt Shift (veröffentlicht via DotEmu) verfügbar. Ob mich das fertige Spiel genauso in den Bann ziehen konnte wie es die Demo fast geschafft hätte, erfahrt ihr in diesem Review.
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Am grundlegenden Prinzip hat sich seit meinem Demo-Anspiel natürlich nichts geändert: Die Zylonen haben die 12 Kolonien dem Erdboden gleichgemacht. Wir übernehmen das Kommando über ein Kampfschiff und müssen eine kleine, zivile Flotte durch 12 prozedural generierte Sektoren führen, um irgendwie den Anschluss an die Galactica zu finden.
Das Spiel wirft uns dabei sofort in ein permanentes Gefühl der Bedrohung. Wir springen in einen Sektor, haben ein enges Zeitfenster, um Ressourcen zu sammeln und in Text-Events teils harte Entscheidungen zu treffen – und dann tickt auch schon der Timer gnadenlos herunter, bis die Zylonen uns einholen. Das Ziel der anschließenden, pausierbaren Echtzeit-Kämpfe ist selten die Vernichtung des Gegners. Es geht schlicht darum, die Flotte so lange zu beschützen, bis der Überlichtantrieb aufgeladen ist, um dann in einen neuen Sektor zu springen.
In meinem Demo-Test musste ich eine wichtige Frage noch offenlassen: Wie tief geht das Roguelite-System und was bringen die permanenten Vorteile nach einem gescheiterten Run? Nach nun mehreren Stunden auf der Brücke kann ich nun Entwarnung geben: Das System motiviert ungemein. Wenn eure Flotte aufgerieben wird – und das wird sie oft –, sammelt ihr je nach Erfolg eine Währung namens „Schicksal„. Damit schaltet ihr im Hauptmenü dauerhafte Boni, sogenannte „Gefallen“, frei. Das reicht von robusteren Viper-Panzerungen über bessere Startressourcen bis hin zu neuen Schiffstypen für eure Flotte. Dadurch fühlt sich kein gescheiterter Versuch wie verschwendete Zeit an. Man merkt spürbar, wie man mit jedem Run ein kleines bisschen widerstandsfähiger gegen die zylonische Übermacht wird.
Das Gameplay teilt sich weiterhin in zwei Phasen, die wunderbar ineinandergreifen: Im Managementteil kümmert ihr euch um euren „Inneren Kreis“ (XO, CAG, Chief). Die moralischen Dilemmata in den Text-Ereignissen fangen die Stimmung der Serie ganz gut ein. Teilt ihr die knappen Rationen mit den zivilen Schiffen, riskiert aber meuternde Piloten? Und ist eventuell ein Spion unter uns? Jede Entscheidung, jede sich uns bietende Möglichkeit oder Kriese hat Konsequenzen. Sobald die Basissterne auftauchen startet der Taktik-Kampf-Teil. Dann brennt die Hütte. Dank der Möglichkeit jederzeit zu pausieren zu können behält man zwar die Kontrolle, aber der Puls bleibt durchgehend hoch, wenn man Flak-Korridore einrichten und gleichzeitig Viper-Staffeln koordinieren muss. Kombiniert mit dem grandiosen, treibenden Trommel-Soundtrack kommt sofort echtes Galactica-Feeling auf.
Allerdings zeigt die Vollversion auf Dauer auch die typischen Genre-Schwächen, die sich in der Demo noch nicht so abzeichneten. Nach ein paar Stunden wiederholen sich manche Text-Events und Krisen. Zudem ist das Balancing knackig und manchmal etwas zu stark vom Würfelglück (RNG) abhängig. Und so kann dann ein nahezu perfekt laufender Run innerhalb von Sekunden vorbei sein. Eine hohe Frusttoleranz solltet ihr also mitbringen.
Battlestar Galactica: Scattered Hopes hat meine Hoffnungen aus dem Demo-Test im März erfüllt. Es ist ein verdammt atmosphärisches, forderndes Taktikspiel geworden, das die Essenz der Vorlage meisterhaft einfängt. Das Gefühl des permanenten Mangels und der ständigen Flucht wird durch das motivierende Meta-Progressionssystem sehr gut aufgefangen. Wer mit Roguelites etwas anfangen kann und wem der knackige Schwierigkeitsgrad nichts ausmacht, bekommt hier – meiner Meinung nach – ein echtes Sci-Fi-Highlight. Für Battlestar Galactica-Fans ist der Titel trotz kleinerer Balancing-Schwächen ohnehin ein Pflichtkauf.









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