Seit 2019 verfolge ich nun die Football Manager-Serie aus dem Blickwinkel eines Casual-Gamers. Den letzten Teil der Serie, den ich mir angeschaut hatte war Football Manager 2024. Die 2025er Version hatten SEGA und Sports Interactive schweren Herzens gecancelt. Mit der 2026er Version sollte dann alles besser werden. Nachdem ich das Spiel in seiner Release-Version nicht gespielt habe, habe ich mir jetzt aber auf Grund der Herren-Fußball-WM mein Anzug angezogen und mich bei der deutschen Nationalmannschaft an den Spielfeldrand gestellt um die Welt-Krone des Herren-Fußballs zu erklimmen. Meine Erfahrungen mit der aktuellen Version vom Football Manager lest ihr hier.

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Dass ich in diesem Review einen Vergleich zum „Football Manager 2024” ziehen werde, dürfte nicht überraschen, denn am grundlegenden Spielprinzip hat sich natürlich nichts geändert. Wieder schlüpfen wir in die Rolle eines Vereinstrainers oder – wie ich dieses Mal – in die des Nationaltrainers einer von über 50 Nationen. Wer eher Lust auf einen Club hat, hat die Qual der Wahl: Es stehen über 140 Herren-Ligen aus mehr als 50 Nationen zur Verfügung. Außerdem kann man auf (leider nur) 14 Frauen-Ligen aus 11 Nationen zurückgreifen.

Beim ersten Start fallen die überarbeiteten Menüs und das überarbeitete UI direkt auf. Nach über fünf Jahren fühlt sich das zunächst etwas komisch an. Wo finde ich was? Wo ist die Taktik und wie nominiere ich den Kapitän meines Teams? Ich habe teilweise lange suchen müssen. Dabei war das Ziel der Entwickler, die gewohnten, tief verschachtelten Menüs durch ein einfacheres, kachelbasiertes Design zu ersetzen. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass das Design dabei eher für Tablets oder Konsolen erstellt wurde. Je mehr Zeit ich nun aber damit verbracht habe, desto besser kam ich rein und fand immer besser den Einstieg. Zum Release im November 2025 soll das „schlimmer” gewesen sein.

Der Umstieg auf die Unity-Engine hat aber auch einige Vorteile. Die Animationen der Spiele wirken nun flüssiger und moderner. Natürlich ist das kein Vergleich zu einem EA-FC-Spiel, aber für ein Managerspiel wirkt das auf mich schon recht ordentlich. Wenn man sich jetzt noch den kleineren Clipping-Fehlern, insbesondere auf den Rängen, annimmt, könnte die nächste Football-Manager-Version grafisch noch besser werden. Auch die Animationen wirken schon sehr viel besser also noch in der alten Version.

Dank der offiziellen FIFA-WM-Lizenz bietet das Spiel das originale Branding der WM, die entsprechenden TV-Overlays, lizenzierte Trikots und eine authentische Turnierstruktur. In der Gruppenphase musste ich meine Mannschaft als deutscher Nationaltrainer auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador vorbereiten. Damit aber nicht genug: Natürlich dürfen wir auch unseren eigenen WM-Kader nominieren. Das macht Spaß und bietet Wiederspielwert, falls wir mit einem anderen Kader noch einmal versuchen wollen, die WM zu gewinnen.

An der Komplexität des Football Managers hat sich natürlich nicht viel getan. Wir analysieren unsere Mannschaft, um die bestmögliche Aufstellung zu finden. Welcher Spieler eignet sich für welche Position und welche Rolle kann er in unserer Aufstellung spielen? Dabei geht es nicht nur um Angriff, Mittelfeld und Verteidigung, sondern auch darum, ob wir unseren linken Verteidiger als Außenverteidiger oder Flügelverteidiger einsetzen wollen. Glücklicherweise werden die jeweiligen Rollen in den entsprechenden Menüs gut erklärt. Neu im Football Manager 26 ist die Möglichkeit, unterschiedliche Taktiken für das Spiel mit oder ohne Ball zu definieren. Ist unser linker Verteidiger also beispielsweise eher pressend oder abwartend unterwegs? Dies eröffnet noch mehr taktische Möglichkeiten, mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.

Aus meiner Sicht ist der „Football Manager 26” ein solider Fußballmanager, der nach seinem großen Umbruch in diesem Jahr noch etwas Reifezeit benötigt. Als jemand, der sich nicht so gut mit der Materie auskennt und sich erst einarbeiten müsste, finde ich das Spiel teilweise – wie auch schon früher – zu komplex. Spiele ich es dennoch gerne? Klar! Und ich feiere jeden Sieg umso mehr. Das Gefühl, mit meiner Nationalmannschaft Runde für Runde weiterzukommen, ist toll – das gehört ja auch zum Sport. Am liebsten würde ich jedes Spiel gewinnen, aber das gelingt mir nicht, weil ich einige Möglichkeiten nicht gut genug verstehe. Auf Steam wird das Spiel aktuell eher ausgeglichen bewertet. Einige Spieler klagen über regelmäßige Abstürze, was ich allerdings nicht nachvollziehen kann. Eine Entscheidung, die ich nicht nachvollziehen kann, ist allerdings, dass der Ingame-Editor als Zusatzinhalt erworben werden muss. Die Möglichkeit der individuellen Anpassung gehört für mich einfach zu so einem Spiel dazu.