Wie viel Story braucht ein Koop-Zombie-Shooter wirklich? John Carpenter’s Toxic Commando beantwortet diese Frage sehr deutlich: kaum welche – solange die Sprüche sitzen, der Soundtrack ballert und der Truck groß genug ist. Aber reicht das auch für ein gutes Spiel? Und was hat John Carpenter wirklich mit dem Spiel zu tun?

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Toxic Commando ist ein Koop-First-Person-Shooter für vier Spieler mit starkem Fokus auf Horden-Action. In einer nahen Zukunft versuchen Wissenschaftler, Energie aus dem Erdkern zu gewinnen. Dabei wird jedoch ein uraltes Wesen freigesetzt, das die Umwelt in giftigen Schlamm und die Menschen in Untote verwandelt. Um den angerichteten Schaden rückgängig zu machen, heuert der hauptverantwortliche Wissenschaftler eine eher chaotische Truppe von Söldnern an – das sogenannte „Toxic Commando”.

Wir schlüpfen in die Rolle eines Söldners und können uns einen von vier Charakteren sowie eine von vier Klassen auswählen. Während die Strike-Klasse stark auf Schaden setzt, dient der Defender als Tank und bildet eine Barriere, die Schaden abfängt. Zusätzlich gibt es mit dem Medic eine Heilklasse und mit dem Operator eine Klasse, die mit einer Drohne Unterstützung bietet. Die Wahl des Charakters hat hingegen nur eine Auswirkung auf das Aussehen unseres Söldners.

Die jeweiligen Klassen können über ein Skilltree individualisiert werden. Mehr Munition, eine schnellere Nachladezeit oder eine Veränderung bzw. Verstärkung der Klassenfähigkeiten? All das können wir über den Skilltree verändern. Dafür müssen wir nur die jeweiligen Klassen leveln. Das aktuelle Maximallevel liegt je Klasse bei 40, doch nach Ende der Kampagne, für die ich ca. 8,5 Stunden gebraucht habe, hatte ich meinen Strike nur auf Level 16 gebracht. Da gibt es also noch einiges zu tun, wenn man die Charaktere maximal leveln möchte.

Das Waffenarsenal bietet eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Waffen. Dazu gehören Sturmgewehre, Nahkampfwaffen, Pistolen und Scharfschützengewehre. Auch die Waffen selbst können gelevelt werden, wodurch wir unterschiedliche Waffen-Mods freischalten. Dazu gehören neue Visiere, Schalldämpfer, Schäfte usw. Wenn man möchte, kann man hier viel Arbeit reinstecken. Ich habe mir einfach meine Wunschwaffe ausgesucht und damit die Kampagne durchgespielt. Man kann also viel variieren, muss es aber nicht.

Das Missionsdesign ist recht simpel. Wir starten an einem Punkt auf der Karte und müssen dann zu einem anderen Ort, um dort in der Regel eine massive Welle bzw. mehrere Wellen von unterschiedlichen Gegnertypen zu überstehen. Oft ist es aber am sinnvollsten, nicht einfach von A nach B zu fahren, sondern zunächst einige der Loot-Orte auf der Karte anzufahren, um Ersatzteile, Benzin fürs Fahrzeug oder auch Spezialwaffen wie ein Schienengewehr zu sammeln. Zudem stehen uns vier unterschiedliche Schwierigkeitsstufen zur Verfügung. Wem das Spiel also zu leicht oder zu schwer ist, kann den Schwierigkeitsgrad anpassen.

Viele der Mechaniken erinnern mich an Warhammer 40.000: Space Marine II, das ebenfalls von Saber Interactive entwickelt wurde. Auch dort ging es um Horden von Gegnern, das Leveln von Klassen und Waffen und jede Menge Spaß nach Ende der Kampagne – und das deckt sich mit meinen Eindrücken aus Toxic Commando. Leider konnte ich den Koop-Part bisher noch nicht testen, aber laut Menü kann das Spiel plattformübergreifend mit anderen gemeinsam gespielt werden.

Für mich ist es ein runder, spaßiger und blutiger Koop-Shooter, in den ich sicherlich noch einige Stunden investieren werde. Gerade, wenn man passende Mitspieler hat, wird man den einen oder anderen Abend viel Spaß haben, ohne sich groß mit einer tiefgehenden Story auseinandersetzen zu müssen. Also: Daumen hoch für dieses Action-Spektakel!