Schon in der Schule habe ich gerne Labyrinthe mit Fallen auf Karopapier gezeichnet. Das war immer recht simpel, hat aber echt Spaß gemacht. Dann kam die Zeit von Dungeon Keeper, das ich damals echt gerne gespielt habe. Deshalb sah Minos für mich auch so aus, als könnte es ein cooles Spiel für mich sein.
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Immer wieder gehen Abenteurer auf die Jagd nach einem Mysterium. In einem Labyrinth soll es einen Minotaurus geben, der sagenumwobene Schätze sein Eigenen nennt. Jeder will diese Schätze und den Kopf des Minotaurus. In Minos schlüpfen wir nicht in die Rolle eben jener Abenteurer, sondern in die Rolle von Asterion, dem Minotaurus, der mit mit der Unterstützung von Daedalus versucht zu überleben. Dabei bauen wir die Strukturen des Labyrinthes immer wieder um, sodass wir Welle für Welle von Abenteurern mit der Hilfe von unterschiedlichsten Fallen zur Strecke bringen. Kommen die Abenteurer zu uns durch, muss Asterion selbst Hand anlegen und die Abenteurer erschlagen. Dabei erlangen wir Runde für Runde Erfahrung und andere Ressourcen, die uns helfen neue Fallen zu erwerben oder beispielsweise unseren Minotaurus zu leveln.
Im Kern lebt Minos also davon, dass wir ständig Entscheidungen treffen: Welche Gänge bauen wir? Wo setzen wir Fallen? Wie leiten wir Gegner so um, dass sie in eine möglichst unangenehme Kettenreaktion laufen? Genau dieser Mix aus Planung und Improvisation macht für mich den Charme des Spiels aus. Das Spiel belohnt also nicht einfaches Ausprobieren, sondern eher ein bisschen Vorausdenken, und das fühlt sich sehr befriedigend an. Besonders gelungen finde ich, dass das Spiel nicht nur auf eine starre Tower-Defense-Schablone setzt, sondern eher mit offenen Möglichkeiten arbeitet. Dadurch entstehen Situationen, in denen ich merke, wie mein Plan langsam aufgeht, und genau dann macht Minos richtig Spaß. Gleichzeitig ist das Spiel aber auch nicht frei von kleinen Unebenheiten und einem gewissen Maß an Wiederholung. Es gibt aber auch unterschiedliche Arten von Labyrinthen, etc. pp.
Was ich euch bisher außerdem unterschlagen habe ist, dass Minos Roguelite-Elemente besitzt. Stirbt Astarion ist das Spiel nicht vorbei, sondern wir verlieren unsere Fallen, Ressourcen und starten von vorn. Allerdings behalten wir unsere Erfahrung und die damit gemachten Freischaltungen. Zudem ist Minos kein Spiel, das mit riesigem Bombast und AAA-Grafik punkten will, sondern eher mit einem klaren, ungewöhnlichen Konzept. Genau das finde ich sympathisch, weil es den Fokus auf das legt, was wirklich zählt: das Knobeln, Planen und Optimieren.
Minos ist für mich ein cleveres, originelles und angenehm eigenwilliges Spiel mit starkem Kern. Es lebt von einer Idee, die mich in meine Kindheit versetzt und sofort hängen bleibt, und setzt sie so um, dass ich ständig mitdenken und ausprobieren will. Nicht alles daran ist perfekt, aber gerade die Mischung aus Strategie, Fallenbau und mythologischer Stimmung macht es für mich sehr reizvoll. Wer ungewöhnliche Spielkonzepte mag und Spaß daran hat, Systeme zu optimieren statt nur zu reagieren, sollte Minos definitiv im Blick behalten.









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