Die Bilder, die ich von Sintopia gesehen hatte, erinnerten mich an Dungeon Keeper und ähnliche Spiele. Das Spiel hat allerdings ein etwas anderes Konzept, das mich zunächst auf dem falschen Fuß erwischt hat. Ob mir das Spiel von Piraknights Games, welches von Team17 veröffentlicht wurde, am Ende gefällt, erfahrt ihr in diesem Review.

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In Sintopia schlüpfen wir in die Rolle des Verwaltungsleiters der Hölle. Unsere Aufgabe ist ebenso absurd wie fordernd: Wir müssen die Bewohner der Oberwelt – den sogenannten „Humus“ – nach ihrem Ableben gründlich von ihren Sünden reinigen. Dafür errichten wir in der Hölle Folter- und Reinigungseinrichtungen und stellen Wichtel ein, die den Betrieb am Laufen halten. Besonders spannend: Wir können aktiv in der Oberwelt eingreifen und das Leben der Sterblichen so beeinflussen, damit sie im Alltag möglichst viele Sünden begehen, die wir später bei uns „verarbeiten“ können.

Der größte Pluspunkt des Spiels ist das kreative Gameplay. Die Verknüpfung zwischen Ober- und Unterwelt fühlt sich erstaunlich organisch an. Ändern wir auf in der Oberwelt eine Kleinigkeit – etwa durch das Platzieren einer Versuchung –, hat das direkte Auswirkungen auf die Art der Seelen, die wir im Untergrund bearbeiten müssen. Dadurch entsteht eine strategische Tiefe, die einen schnell in den Bann ziehen kann. Besonders hervorzuheben ist dabei der trockene, beißende Humor: Piraknights Games inszeniert die Hölle wie ein korruptes, ineffizientes Großunternehmen, was für unzählige amüsante Momente sorgt. Wer Spiele liebt, in denen komplexe Systeme optimiert werden, ohne dass dabei alles todernst zugeht, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen.

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Wie jedes Spiel ist auch Sintopia nicht völlig perfekt. Das Tutorial nimmt mich beispielsweise deutlich weniger an die Hand, als es mir in den komplexen Management-Phasen lieb wäre. Zudem hätte ich mir die Anzeige unserer Einnahmen und Ausgaben – also die Wirtschaftsstatistik – deutlich übersichtlicher gewünscht. Man verliert oft den Blick für die Details. Wer „schnell mal zwischendurch“ spielen will, könnte sich zudem von der anfänglichen Lernkurve und der Komplexität leicht überfordert fühlen.

Dennoch ist Sintopia alles in allem eine charmante, absurde und erfrischend tiefgründige Simulation. Wenn du Management-Spiele liebst, in denen du dein eigenes Imperium effizient – und moralisch höchst fragwürdig – führst, und dich eine etwas steilere Lernkurve nicht abschreckt, wirst du mit dem Titel eine gute Zeit haben. Aus meiner Sicht ist es somit definitiv eine klare Empfehlung für Strategie-Fans, die gerne an Systemen tüfteln und eine ausgeprägte Vorliebe für dunklen, satirischen Humor mitbringen.