Manchmal brauch ich keine großen Neuerungen oder revolutionäre Spielmechaniken in einem Spiel um Spaß zu haben. Manchmal reicht mir ein Spiel, was weiß was es erzählen will und dazu noch eine nötige Prise Humor hat. The Outer Worlds 2 könnte genau in dieses Schema passen, denn das Sci-Fi-Rollenspiel entführt uns mit bekannten Spielmechaniken in neue Welten. Mein Review wirft ein Blick auf das Spiel und ob es zumindest meinen Erwartungen entspricht.

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Ich mag es, wenn es Spiel über ein gutes Writing verfügt. Und hier liefert The Outer Worlds 2 meiner Meinung nach ab. Die Hauptstory rund um eine interstellare Verschwörung ist spannend, aber es sind die Nebenquests und die unterschiedlichen Möglichkeiten, die glänzen. Ob ein alternder Kommandant, der sich mit seiner Kriegsvergangenheit auseinandersetzt, oder eine KI, die um ihre Rechte kämpft – viele Figuren bleiben hängen. Besonders gelungen finde ich: die Begleiter. Jeder von ihnen hat eine eigene Agenda, eigene Quests und glaubwürdige Entwicklung. Die Dialoge sind dabei bissig, pointiert und oft auch mal emotional.

Zu dem bleibt The Outer Worlds 2 seinem Vorgänger treu, was den satirischen Ton und das kapitalismuskritische Worldbuilding betrifft – aber es geht noch einen kleinen Schritt weiter. Die Planeten sind nicht nur visuell abwechslungsreich, sondern auch thematisch. Jeder Ort erzählt seine eigene Geschichte, sei es durch Umweltstorytelling, Audiologs oder NPC-Dialoge. Die Mischung aus Retro-Futurismus und dystopischer Bürokratie erzeugt eine glaubwürdige, manchmal erschreckend aktuelle Welt. Besonders stark: die Fraktionskonflikte, die sich nie wirklich in Schwarz-Weiß auflösen lassen.

Viele der Spielmechaniken sind aus dem ersten Teil vertraut: Dialogbäume mit Skill-Checks, taktisches Gunplay mit Zeitverlangsamung (TDD), Crafting und Begleiterfähigkeiten. Neu ist das überarbeitete „Moralische Dilemma“-System, das Entscheidungen nicht nur auf Quests, sondern auch auf langfristige Fraktionsbeziehungen auswirkt. Das Spiel belohnt Neugier und Experimentierfreude – wer sich Zeit nimmt, entdeckt halt alternative Lösungswege, versteckte Storystränge und überraschende Konsequenzen. Die Lernkurve ist moderat, aber wer tiefer eintaucht, wird mit komplexen Möglichkeiten im Perk-System oder über die unterschiedlichen Modifikationen belohnt.

Was mich an The Outer Worlds 2 besonders überrascht hat: wie sehr mich das Spiel dann doch emotional gepackt hat. Enttäuscht war ich hingegen nur vom etwas generischen Startgebiet und das oft nicht notwendige Crafting, da man in der Welt genug Loot finden kann oder halt ausreichend Credits hat um sich entsprechende Dinge zu kaufen. Ich muss aber auch ganz ehrlich sagen, dass The Outer Worlds 2 kein revolutionäres Spiel ist – aber ein verdammt gutes. Es kombiniert klassische Rollenspieltugenden mit modernen Komfortfunktionen und einer relevanten, cleveren Geschichte. Für Fans von des ersten Teils oder Fallout: New Vegas ist es meiner Meinung nach ein Pflichtkauf.