In den 90er-Jahren (Hilfe, ist das ewig her) habe ich schon unfassbar gerne Spiele wie Transport Tycoon oder Sid Meier’s Railroad Tycoon gespielt, allerdings fand ich zur Transport Fever-Reihe bisher keinen richtigen Einstieg. Nachdem ich das Spiel aber letztes und dieses Jahr auf der Gamescom bei Urban Games anspielen durfte, hatte es mich gepackt: Ich wollte es unbedingt intensiver spielen. Wie mein Eindruck nach den ersten gut 10 Stunden ist, liest du hier.
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Das Herzstück eines solchen Spiels ist natürlich das Frachtsystem. Gut, dass die Waren in Transport Fever 3 in vier klare Kategorien unterteilt sind: Flüssiggut, Schüttgut, Sperrgut und Stückgut – ganz zu schweigen von der Personenbeförderung. Zu jeder Warenkategorie gibt es spezialisierte Fahrzeuge, die zwar teurer sind, dafür aber spürbare Vorteile bieten. Auch Verladeterminals lassen sich spezialisieren, um beispielsweise durch eine schnellere Abfertigung die Lieferzeit zu verkürzen. Nebenbei müssen wir natürlich auch unsere Finanzen im Blick behalten. Während ich bei Transport Fever 2 im freien Spiel oft ratlos vor der leeren Karte stand, bietet mir der Nachfolger durch Subventionsmissionen einen klaren roten Faden. Diese Aufgaben bringen nette Boni, sollten aber in der vorgegebenen Zeit erfüllt werden – sonst droht eine empfindliche Vertragsstrafe.
Auch auf der Seite der „Endverbraucher“ hat sich einiges getan. Die Städte wachsen organischer und stellen individuelle Ansprüche: Bürger wollen per ÖPNV zur Arbeit, zum Einkaufen oder direkt auf Bohrinseln geflogen werden. Dabei prallen die Wünsche der Bevölkerung und unsere Pläne gern aufeinander: Die Leute wollen versorgt werden, aber bitte ohne Lärm und Dreck. Wer rabiat mit der Planierraupe durch historische Zentren walzt, um mehrspurige Straßen zu erzwingen, zahlt einen hohen Preis: Der eigene Ruf sinkt und hemmt das Wachstum. Außerdem entstehen zwischendurch gerne neue Industriegebiete. Haben wir gerade eine Ölfabrik über zig Kilometer für viel Geld mit einer Plastikfabrik verbunden, kann es gerne mal passieren, dass eine neue Plastikfabrik in naher Nachbarschaft der Ölfabrik entsteht und wir uns über die teure von uns gebaute Verbindung ärgern.
Hinzu kommt ein extrem detailliertes Kreuzungs- und Ampelsystem, mit dem sich Grünphasen und Vorfahrten feinjustieren lassen. Wer mag, baut eigene Logistik-Megahubs oder schaltet durch Monumente zusätzlich noch passive Boni frei. Wer es erstmal kompakter mag, greift zur abwechslungsreichen Kampagne: Acht Story-Szenarien führen von Wüsten-Abenteuern bis zu Metropolen-Problemen – hier beißen sich selbst Simulations-Veteranen an den drei erreichbaren Sternen vermutlich die Zähne aus.
Technisch und optisch fängt das Spiel einen unverkennbaren Modellbau-Charme ein, gestützt auf über 300 Fahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie Karten mit einer Größe von bis zu 16×16 km. Die dynamische Beleuchtung, liebevolle Details und die Option, direkt aus der Egoperspektive in jedem Gefährt mitzufahren, sorgen für echtes Wohlfühl-Feeling.
Ein paar Wermutstropfen bleiben allerdings: Ich hätte mir gewünscht, Gebäude auch direkt per Maus zu drehen, und die fehlende Undo-Funktion auf dem PC verlangt vor Großprojekten zwingend nach einem manuellen Zwischenstand. Auch gelegentliche Performance-Hänger beim Autosave trüben das Bild manchmal noch ein wenig.
Ich werde sicherlich noch zig Stunden in Transport Fever 3 stecken. Es macht mir unheimlich Spaß und kann es nur empfehlen, gerade mit dem roten Faden im freien Modus. und ihr? Ist das was für euch?









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