Als Kind/Jugendlicher war ich ein riesiger Fan der WWE (damals noch WWF). Hulk Hogan, der Ultimate Warrior, Bret “The Hitman” Hart und später dann The Rock und co. waren damals ein Teil meiner Jugend. Inzwischen verfolge ich das Geschehen so gar nicht mehr. Der Zauber ist bei mir irgendwie verflogen. Geblieben ist als Guilty Pleasure der “Spaß” an Wrestling spielen, aber auch hier hat sich das Genre in den letzten Jahren irgendwie entfernt, da die Spiele immer schlechter wurden. Jetzt hatte ich aber wieder das Bedürfnis virtuell in den Ring zu steigen und so habe ich mir einfach mal WWE 2K22 angeschaut, welches am 8. März erschienen ist. Ob sich das gelohnt hat lest ihr hier. Viel Spaß.

Ein Spiel voller Möglichkeiten

Wenn man nach so langer Zeit wieder in ein WWE Spiel einsteigt, dann wird man gefühlt erstmal erschlagen von den Möglichkeiten. So ging es mir zumindest. Spiel ich nun Exhibition, Showcase, Universum, Mein GM, Meine Fraktion oder meine Story?! Ich habe mich zu erst einmal für ein Exhibition-Match entschieden. Also ein einzelnen Match. Hier gibt es dann wieder zig Möglichkeiten. 1 gg. 1, 2 gg. 2, Handicap, Triple Threat sind nur ein paar der 10 Möglichkeiten. Anschließend wählen wir die Regeln des Matches aus. Soll es also ein Ladder, Steel Cage oder Extreme Rules Match sein? Ihr seht schon hier gibt es die unterschiedlichsten Kombinationen. Zusätzlich haben wir hier die Möglichkeit das Tutorial, welches beim ersten Start des Spiels startet zu wiederholen. Das finde ich gut, denn vielleicht liegt das Spiel mal länger und so kann man sich damit nochmal vertraut machen.

Doch was sind die ganzen anderen Spielmodi im Menü? Im Showcase spielen wir einige Matches von Rey Mysterio Jr. nach, welche er im Verlauf seiner Karriere bestritten hat. So starten wir 1997 mit einem WCW Cruiserweight Championship Match gegen Eddie Guerrero. Vor den Matches bekommen wir ein Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Matches inkl. Interviews, etc. pp. Im Match selbst müssen wir dann bestimmt Aufgaben erfüllen, dabei kann es sogar passieren, dass das Match mit realen Aufnahmen aus dem Match verknüpft werden. Sowas habe ich in einem Sportspiel noch nicht erlebt und ich fand es grandios umgesetzt. Sowas in einem FIFA, NHL oder Racingspiel… WOW!

Im Modus Universum lenken wir die Geschicke der WWE mit. Dabei haben wir die Wahl, ob wir nur die Geschicke eines Superstars bestimmen oder die völlige Kontrolle haben wollen. Ich hab mich bei meinem Test darauf beschränkt nur die Wege eines Superstars zu bestimmen. Die Auswahl an Superstars ist riesig und ich hatte noch nicht mal alle freigeschaltet. Nimmt man, wie ich, einen Wrestler oder eine Wrestlerin, die aktuell nicht aktiv ist, kann man sich sogar aussuchen, ob man bei NXT, RAW oder SmackDown startet. Und so spielt mein seine Matches und schaut, wie sich sein Charakter entwickelt. Man baut Rivalitäten und auch Freundschaften auf. Etwas schade finde ich, dass man sein Charaktere auch einfach hochleveln kann. Man kann ihn einfach bearbeiten und alle Attribute und die Trefferpunkte auf Maximum stellen. Muss man aber ja zum Glück nicht. Auf jeden Fall ist auch das ein ganz netter Modus.

Als nächstes habe ich ein Blick in den My GM Modus geworfen. In diesem übernehmen wir die Rolle eines General Managers einer WWE Show. Wir haben hier die Wahl zwischen SmackDown, RAW, NXT und NXT UK. Anschließen haben wir die Möglichkeit unterschiedliche Settings für unser Szenario zu wählen. Insbesondere die Dauer unserer Session. Hier können wir uns auf einen bestimmten Wert zwischen 15 und 50 Wochen entscheiden. Meine Wahl fiel auf 15. Außerdem gibt es Einstellungen zu unserem Rivalen und zum Draft. Man kann sich also sein eigenes Spielerlebnis zusammenbauen. Doch worum geht es in My GM?

Wir starten mit 2,75 Mio. $, die wir zum Start direkt in einem Draft auf den Kopf hauen können. Dabei wählen wir abwechselnd mit unserem Rivalen unterschiedle WrestlerInnen aus um so unser Brand mit KämpferInnen zu zu füllen. Anschließend können wir Woche für Woche unsere Show planen. Uns stehen hier drei Matches und zwei Promo-Slots zur Verfügung. Außerdem können wir unsere Shows durch Buffs verbessern oder eine Legende, wie beispielweise Hulk Hogan, Ted DiBiase und co., für kurze Zeit unter Vertrag nehmen.

Wenn wir wollen, können wir nun noch jedes einzelne Match spielen, zuschauen oder einfach nur Simulieren. Eine nette Spielerei mit einigen weiteren Aspekten, aber kein Modus, der mich wirklich bei der Stange hält.

Werfen wir nun einen Blick in Meine Fraktion. Dieser Modus ist ähnlich wie zum Beispiel die Ultimate Team Modi von NHL und FIFA. Eine Fraktion besteht aus vier männlichen und vier weiblichen Charakteren. Dazu kommt noch ein Manager, Logos, etc. pp. Gekämpft wird dann in unterschiedlichen Matches und unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Durch Siege und das erfüllen von Aufgaben sammeln wir die InGame Währung. Wem der Progress zu langsam ist, kann sich die Währung natürlich auch für Echtgeld holen. Definitiv der Spielmodus, welcher mich am wenigsten interessiert.

Im letzten Spielmodus namens Meine Story erstellen wir unseren eigenen Wrestler und durchleben seinen Aufstieg in der Welt der WWE. Die Charaktererstellung ist dabei recht umfangreich. Zuerst wählen wir einen das Geschlecht und den Hintergrund. Kommen wir aus dem Bereich Mixed Martial Arts (MMA) oder beispielweise aus dem Profisport? Welche Gewichtsklasse haben wir? Sind wir Schläger, Techniker, Kraftpaket oder High Flyer? Was wollen wir für ein Outfit tragen? Wir wählen ein Namen und natürlich auch das Aussehen unseres Alterego.  Natürlich bauen wir uns auch einen Einlauf und wählen das Moveset unseres Charakters. Das ist ganz nett, dauert aber erstmal seine Zeit, bis man den Charakter hat, den man spielen möchte. Danach starten wir im Trainingscenter und bahnen uns unseren Weg. Entscheiden, ob wir gut oder böse sein wollen und wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages ja auch WWE Champion.

In WWE 2K 22 machen wir uns übrigens die Welt, wie sie uns gefällt. Denn wir können uns unter “Inhalte erstellen” fast alles selbst zusammenbauen. Eigene KämperInnen, eigene Championships, Einzüge, Siege, MoveSets, Arenen, Shows und und und. Wir könnten uns also eine komplett eigenes Brand erstellen mit eigenen Championships, eigenen Arenen. Völlig verrückt.

Technisches K.O.?

2K hat im Vorfeld bereits bekanntgegeben, dass es ein ReDesign der Gameplay-Engine gab. Ja, WWE 2K22 sieht gut aus, ist aber noch lange nicht auf einem Niveau einer PlayStation 5. Insbesondere bei den Haaren hapert es wie gewohnt. Nicht desto trotz kann man die Charaktere im Spiel eindeutig erkennen. Die fällt ins besondere in dem oben beschriebenen Showcase Modus auf in dem das Gameplay ja mit echten Videomitschnitten gemischt werden. Die Animationen wirken sehr flüssig, wobei es manchmal auch zu Clippingfehlern, etc. kommen kann.

Über die (wie ich finde) kleinen grafischen Makel kann ich aber hinweg sehen, den die neue Steuerung macht mir sehr viel Spaß. Innerhalb weniger Matches wusste ich schon recht genau was ich wie drücken kann und wenn nicht? Einfach auf Pause drücken, da wird alles recht übersichtlich angezeigt. So konnte ich einige Matches auch gut auf der normalen Stufe meistern, was allerdings auch an der teilweise nicht so guten KI liegt.

Sound und Präsentation passen aber sehr gut. Gerade die Einzüge der WrestlerInnen in den Ring sind schon irgendwie ganz cool. Musiktechnisch hat man durch die unterschiedlichen Einzugstitel natürlich auch eine breitgefächerte Auswahl. Der DualSense vibriert zwar ganz nett, aber z.B. haptisches Feedback gibt es gar nicht. Wäre schon lustig, wenn Trigger je nach Ausdauer schwerer nutzbar wäre, aber das ist ne Kleinigkeiten.

Fazit

WWE 2K22 gefällt mir überraschend gut. Allen voran der Showcase Modus hat es mir angetan, aber auch Meine Story macht mir bisher viel Spaß. Immerhin wollte ich schon immer mal WWE Champion werden 🙂 Grafisch kann man sicherlich noch ein paar Schippen drauf legen, aber es muss ja auch noch Luft nach oben bleiben. Die Kampfmechanik gefällt mir auch sehr gut, hab aber kein Vergleich zum letzten WWE 2K. Was mit allerdings fehlt sind zum Beispiel gemeinsame Aktionen im Ring. Vielleicht war ich dazu bisher aber auch zu doof. Von mir gibt es hier eine klare Empfehlung, wobei WWE Veteranen bestimmt auch was zu meckern finden werden. 🙂 Und ja, es gibt Mikrotransactions, aber die habe und konnte ich bisher problemlos ignorieren.

WWE 2K22 gibt es auf der PlayStation gibt es fünf Versionen.

  • Standard Edition [PS4] 69,99 Euro
  • Standard Edition [PS5] 74,99 Euro
  • Cross-Gen Digital Bundle [PS4/PS5] 79,99 Euro
  • Deluxe Edition [PS4/PS5] 99,99 Euro
    • Beinhaltet zusätzlich das Undertaker Immortal-Pack, das Starrcade ’96 Rey Mysterio Pack und den Season Pass
  • nWo 4-Life Edition [PS4/PS5] 119,99 Euro
    • Inhalte der Deluxe Editon plus Digitales nWo 4-Life-Bonus-Pack

Auf der Xbox sieht es genauso aus. Bei Steam kostet die Standard Edition hingegen nur 59,99 Euro. Die Deluxe und die nWo 4-Life Edition haben aber den selben Preis wie die jeweiligen Konsolen Versionen.