In A Bavarian Tale: Totgeschwiegen verschlägt es uns in das kleine fiktive Dorf Wolpertshofen im Jahr 1866. Eigentlich sollen wir nur den Physikatsbericht über die Bewohner ergänzen, doch scheinbar ist kurz vor unserer Ankunft ein Mord geschehen und niemand kennt den Täter. Können wir den Mord aufklären?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=DmznN0vgMag

Als junger Mitarbeiter des Ministeriums Valentin Schmidt besteht unsere Aufgabe nun darin zum einen den Physikatsbericht zu erstellen und zum anderen den Mord aufzuklären. Mehr möchte ich hier zu der Story auch nicht verraten.

Spielerisch bietet A Bavarian Tale einige interessante Mechaniken. Im Detektiv-Modus können wir zum Beispiel versteckte Gegenstände finden, dies kostet uns aber Konzentration, welche wir aber mit Hilfe von Brezeln wieder auffüllen können. Ja, Brezeln sorgen auch bei mir immer für einen massiven Konzentrationsboost. Durch das Erledigen von Quests erhalten wir Erfahrungspunkte, durch die wir im Level aufsteigen können. Dadurch können wir dann einen von sieben Fähigkeiten steigern. Dazu gehören Ausstrahlung, Empathie, Bauchgefühl, Scharfsinn, Wendigkeit, Geschick und auch Physis. Letzteres hilft uns beispielsweise bei dem einen oder anderen Handgemenge welchem wir ausgesetzt werden können.

In den Gesprächen mit den Dorfbewohnern gibt es immer wieder eine Auswahl von verschiedenen Fragen und Antworten, aus denen wir wählen können. Je nach Auswahl hat dies auch unterschiedliche Auswirkungen auf den Verlauf des Gesprächs. Außerdem können wir im Verlauf der Gespräche entscheiden, ob wir beispielsweise einen härteren oder weicheren Weg einschlagen wollen. Aber Vorsicht, jeder Dorfbewohner reagiert anders auf unser Vorgehen. Im schlimmsten Fall kommt es im Verlauf eines Gesprächs sogar zum Handgemenge. Die Kämpfe an sich empfand ich als recht einfach. Zumindest, wenn es zu einem eins gegen eins kam. Neben den Gesprächen können Kämpfe aber auch aus anderen Situationen entstehen. Zum Beispiel wenn wir an Wachen vorbeischleichen müssten, diese uns dann aber erwischen.

Last but not Least kommt es während des Spiels immer wieder zu Situationen, in denen unsere o.g. Fähigkeiten eine wichtige Rolle spielen. In Manier eines Pen und Papers Abenteuers wird der Erfolg dann entsprechend ausgewürfelt. Fünfmal müssen wir bei einem Fertigkeitscheck den Wert der Schwierigkeit ausgleichen oder übersteigen.

Technisch hatte ich kurz nach Release des Spiels massive Probleme. Eine der ersten Quests konnte nicht abgeschlossen werden, wodurch der Zugang zu Wolpertshofen einfach versperrt war. Dies wurde dann aber relativ schnell gepatcht. Zu dem hatte ich das Problem, dass Einstellungen nach Neustart des Spiels verschwunden waren. Plötzlich gab es kein Ton mehr oder die Auflösung wurde zurückgesetzt. Das war zwar nervig, aber konnte relativ schnell behoben werden.

Kommen wir nun noch zu ein paar Punkten, welche ich oben noch gar nicht erwähnt hab. Ich als eingefleischter Norddeutscher hatte abgesehen von den bereits erwähnten technischen Problemen noch einige weitere Probleme. Warum? Tja, fangen wir mit der Sprachausgabe an. Hier haben wir zwei Möglichkeiten: Bayrisch oder bayrisches Englisch, dass heißt die Sprachausgabe ist mit entsprechendem Dialekt. Die geschrieben Texte sind zwar weitestgehend in Hochdeutsch, aber die Sprachausgabe. Sorry, da schüttelte es mich. Im Urlaub, auf der Arbeit oder sonst stört es mich nicht, aber im Spiel fand ich es störend. Hier würde ich mir eine Hochdeutsche Option wünschen. Das nächste persönliche „Highlight“ kam dann beim ersten Kampf. Auf einmal wurde lustige bayrische Blasmusik gespielt, wo ich mich dann fragt, ob das Spiel sich überhaupt selbst ernst nimmt. Dabei fand ich die Story gar nicht mal so schlecht, aber dies fühlte sich für mich irgendwie albern an.

Tja und damit kommen wir auch schon zum Fazit. A Bavarian Tale: Totgeschwiegen ist sicherlich ein großartiges Spiel, aber für mich leider weniger. Grund ist nicht nur die Sprachausgabe und die übertrieben lustige Musik, sondern auch die Fertigkeitschecks, welche einen mit fünf Würfen immer wieder aus dem Spielfluss ziehen. Vielleicht hätte es hier gereicht nur ein oder zwei Mal zu würfeln. Schade, aber A Bavarian Tale und ich werden leider keine Freunde, was allerdings nicht bedeutet, dass es ein schlechtes Spiel ist, denn hier spielen zu viele persönliche Empfindungen eine Rolle.