Review

Watch Dogs: Legion

Wem von euch sagen denn die Namen Aiden Pearce und Marcus Holloway was? Dies waren die Charaktere der ersten beiden Watch Dogs Spielen – aus 2014 und 2016 – von Ubisoft. Ich hatte in beiden Spielen sehr viel Spaß und freute mich natürlich über die Ankündigung auf der Ubisoft Pressekonferenz auf der E3 2019 . Ursprünglich sollte das Spiel schon im März diesen Jahres erscheinen, doch bereits im Oktober 2019 teilte Ubisoft mit das neben Watch Dogs: Legion auch Gods & Monsters (jetzt Immortals: Fenyx Rising) und Rainbow Six Quarantine verschoben werden. Nun ist am 29. Oktober endliche Watch Dogs: Legion erschienen und ich hab mir das Action-Adventure einmal für euch angeschaut.

Story

Nachdem uns die ersten beiden Teile nach Chicago und San Francisco geht es über den großen Teich nach London. Im abgekapselten Großbritannien wirken sich Automatisierungen und künstlicher Intelligenzen (KI) stark auf die Wirtschaft aus. Dies wirkt sich natürlich negativ auf die Arbeitslosenquote und das organisierte Kriminalität aus. Nach mehreren Bombenanschlägen in London hat die britische Regierung das private Sicherheitsunternehmen Albion engagiert um die Ordnung in London wieder herzustellen. In diesem Zusammenhang startet Albion die Jagd auf DedSec, weil sie die Hackergruppe als dafür verantwortlich ausgemacht hat. Albion zwingt DeadSec dadurch in den Untergrund. Dort formiert sich die Hackergruppe neu und versucht raus zu finden was passiert ist. Mehr möchte ich an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht verraten.

Keine Angst vor dem Tod

Wer die ersten beiden Spiele kennt, dem werden viele Spielmechaniken bekannt vorkommen. Wir können mit unserem Smartphone die unterschiedlichsten Gegenständer (Fahrzeuge, Drohnen, etc.) hacken. Außerdem können wir uns in die Smartphones unserer Mitmenschen hacken um mehr über sie zu erfahren und das ist nicht uninteressant, denn wir können jeden Bewohner Londons überreden in DedSec beizutreten. Eine interessante Mechanik, allerdings finde ich genau dieses Engagieren zu einfach. Generell hab ich ein Problem mit dem Schwierigkeitsgrad. Ich hab gestartet auf Mittel und es fühlte sich viel zu leicht an. Ich hab dann auf Schwer gestellt, was sich für mich jetzt wesentlich besser anfühlt. Außerdem habe ich bei mir den Permadeath-Modus aktiviert, was bedeutet, dass wenn unsere Agenten getötet werden auch komplett aus dem Spiel sind, so das wir nicht mehr auf sie zurückgreifen können. Bedeutet aber auch, dass wenn ALLE Agenten Tod sind das Spiel vorbei ist. Allerdings können wir jederzeit neue Agenten engagieren und bei vielen Agenten bekommt man ein Hinweis: “Schwer verletzt, jetzt wechseln?”. Ganz ehrlich? Durch diesen Hinweis ist der Permadeath doch auch irgendwie überflüssig, oder?

Massig DedSec Agenten

Die Agenten haben übrigens unterschiedliche Ausrüstungen und Fähigkeiten, was das ganze etwas Individualität gibt. Und das ist auch gut so. So kann einer eurer Rekruten zum Beispiel eine Drohne rufe oder hat eine Uniform mit der er einfacher in Sicherheitsbereiche eindringen kann. Das ist schon ganz gut. Es gibt aber auch Charaktere mit negativen Eigenschaften, so können einige Personen zum Beispiel nicht in Deckung gehen oder nehmen mehr Nahkampfschaden. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass meiner Meinung nach dabei die Bindung zu den Charakteren verloren geht, denn jeder DedSec “Agent” ist austauschbar und gerade diese Bindung finde ich normal in Action-Adventures toll.

von Pontius zu Pilatus

Die Missionen schicken uns leider relativ häufig quer über die Map. Zwar können wir per Schnellreise hin und her reisen, aber ich persönlich hätte es schöner gefunden, wenn sich die Missionen nach und nach über die Karte verteilen. Ziemlich cool fand ich die Möglichkeit einen Spider-Bot einzusetzen. Mit diesem könnt ihr euch auch durch die Missionen schleichen. Generell ist es aber euch überlassen wie ihr eine Mission angeht. Schleichen, von Deckung zu Deckung schießen oder einfach rein? Entscheidet selbst. Wobei letzteres im hohen Schwierigkeitsgrad schon recht schwer werden dürfte. Schleichend hatte ich bisher recht wenig Probleme. Außerdem kann es passieren, dass einer eurer Agent entführt wird. Ihr könnt diesen dann über eine Mission wieder befreien. Haltet also stehts die Anzahl eurer Agenten im Auge. 🙂

Schlaue Gegner?

Leider mangelt es dem Spiel meiner Meinung nach an einer guten KI. Leute springen nicht zu Seite, wenn man mit dem Auto über den Bürgersteig rast, Autos machen kein Platz, wenn man hinter ihnen wie ein Verrückter hubt und im Kampf stellen sich die Gegner oft auch nicht gerade wie Elitekämpfer an. Sind wir auf der Flucht verlieren die Gegner sehr schnell unsere Spur. Alles Faktoren, die den Spielspaß mindern sollten. Dies ist bei mir aber nicht der Fall.

Grafik und Sound

Grafisch ist Watch Dogs: Legion jetzt keine Offenbarung, aber es sieht für ein Open World Spiel schon sehr solide aus. Ich bin gespannt, wie sich das Spiel mit einem NextGen Update verhält. Dies bekommen die Käufer übrigens kostenlos. Zu Beginn habe ich mit englischer Sprachausgabe gespielt, welche mir sehr gut gefallen hat, weil man das britische Englisch schon sehr gut raus hört. Auf Deutsch ist es ok, aber keine Glanzleistung. Fun Fact: Streamer Gronkh spricht eine Charaktere im Spiel. Die Musik im Spiel passt zum Szenario, allerdings haben mich in den Fahrzeugen die Radio Sender ein wenig genervt, denn die gesprochenen Beiträge starten immer wieder neu, sofern man diese nicht bis zu Ende hört. Außerdem könnt ihr gesammelte Podcasts nur im Menü anhören.

Microtransactions

Nicht unerwähnt sollte man lassen, dass es im Spiel ein Shop gibt in dem wir für Echtgeld neben rein kosmetischen Dingen auch Booster und Agenten kaufen können. Die Agenten bieten nicht nur einmaliges Aussehen, sondern bieten auch Fähigkeit-Kombinationen, die man sonst in London wohl vergebens sucht. Die Booster zeigen euch zum Beispiel alle sammelbaren Technikpunkte, Masken und Safes, die ihr knacken könnt. Außerdem könnt ihr euch für Echtgeld InGame-Währung kaufen. Alles Dinge die man nicht machen MUSS, die einem aber ein Vorteil im Spiel verschaffen können. Meiner Meinung nach hätte Ubisoft hier drauf verzichten können oder besser gesagt sollen.

Fazit

Ja, Watch Dogs: Legion hat seine schwächen, aber ist es dadurch (für mich) ein schlechtes Spiel? Nein, denn ich mag das futuristische Szenario, die Hacks, das Schleichen und auch die Kämpfe gegen die teilweise dämliche K.I. Heißt im Endeffekt: Ich habe sehr viel Spaß mit Watch Dogs: Legion und das ist doch das was zählt oder? Wer mit den ersten beiden Teilen Spaß hatte, der dürfte sich auch in Legion sehr wohl fühlen.

Watch Dogs: Legion ist am 29. Oktober für PlayStation 4, Xbox One und PC (UbiStore) erschienen und ist in drei unterschiedlichen Varianten verfügbar. Standard, Gold und Ultimate Editionen. Die Standard Edition kostet auf den Konsolen 69,99 Euro und für PC 59,99 Euro. Die 30 Euro teurere Gold Edition enhält zusätzlich noch den Season Pass, vier einzigartige Agenten, zusätzliche DedSec-Missionen, so wie ein DedSec-Auto-Design. Außerdem bekommt ihr hier noch die Complete Edition von Watch Dogs dazu. Also ein ganz schön dickes Paket. In der nochmal 10 Euro teureren Ultimate Edition bekommt ihr alles aus der Complete Edition und zusätzlich drei weitere Agenten, 4 Wochen lang einen “VIP”-Status mit dem ihr schneller die Ingame-Währung verdienen könnt und drei zusätzliche Masken.

Ich bedanke mich recht herzlich für die Bereitstellung des Testmusters.

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